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Tag 1 in Schweden – Ankommen zwischen Ostsee, Bademänteln und überraschenden Begegnungen

Strandhütten

Unser erster Tag in Schweden begann ziemlich entspannt – oder besser gesagt: auf dem Wasser. Mit der Nachtfähre Nils Holgersson von der  TT-Line ging es von Travemünde nach Trelleborg.

Travemünde

Während wir schliefen, brachte uns die Fähre über die Ostsee direkt nach Südschweden. Ein ziemlich angenehmer Start in den Urlaub: abends aufs Schiff, morgens aufwachen – und plötzlich ist man in Schweden.

Nach der Ankunft in Trelleborg hatten wir uns bewusst vorgenommen, es ruhig angehen zu lassen. Nach der langen Anreise bis Travemünde wollten wir am ersten Tag keine große Strecke mehr fahren. Statt Kilometer zu sammeln, wollten wir einfach erstmal ankommen, durchatmen und langsam in Schweden eintauchen.

Kajak-Automat im Hafen von Falsterbo

Also machten wir uns auf den Weg Richtung Falsterbo. Unser Ziel: ein Stellplatz direkt am Yachthafen. Und manchmal hat man einfach Glück – wir ergatterten tatsächlich den allerletzten freien Wohnmobilstellplatz. Besser hätte der Start kaum laufen können.

Segelschule

Ganz in der Nähe liegt das charmante Skanör – ein Ort, der uns sofort überrascht hat. Die Gegend wirkt fast wie ein schwedischer Society-Hotspot. Chic gekleidete Menschen, entspannte Atmosphäre und am Hafen lief den ganzen Tag eine Party mit Liveband. Überall herrschte gute Stimmung, ohne hektisch oder überladen zu wirken. Eher typisch skandinavisch: entspannt, stilvoll und irgendwie beneidenswert lässig.

Besonders fasziniert hat uns aber eine ganz andere Beobachtung: die Sauna direkt an der Ostsee. Schon früh morgens kamen die Menschen – manche mit dem Auto, andere sogar auf dem Fahrrad – und alle trugen… Bademäntel. Sonst nichts. Sie gingen saunieren und liefen anschließend direkt in die eiskalte Ostsee.

Strandsauna am Abend

Und das schien kein Touristenprogramm zu sein – ganz im Gegenteil. Offenbar gehört das hier zum Alltag vieler Einheimischer. Das Lustigste daran: Nach dem Saunagang sieht man die Leute völlig selbstverständlich im Bademantel beim Bäcker stehen oder gemütlich im Café sitzen. Für uns ungewohnt – hier scheint es völlig normal zu sein. Faszinierend.

Angekommen und geparkt machten wir noch eine kleine Radtour. Los ging es entlang der bekannten Strandhütten von Skanör. Die kleinen bunten Holzhäuschen sind hier fast schon ein Wahrzeichen. In langen Reihen stehen sie direkt am Strand – meist in sanften Pastellfarben, liebevoll gepflegt und jede mit ihrem eigenen kleinen Charakter. Früher dienten sie den Badegästen als Umkleide- und Schutzhäuschen, heute gehören sie einfach zum besonderen Bild dieser Küste und sind eines der beliebtesten Fotomotive der Region.

Der Weg führte uns weiter am Golfplatz entlang. An der Driving Range legten wir spontan einen Stopp ein und beobachteten ein paar Golfer bei ihren Übungen.

Plötzlich sprach uns einer der Golfer auf Schwedisch an. Wir versuchten ihm zu erklären, dass wir leider kein Schwedisch sprechen. Sofort wechselte er ins Englische. Dann merkte er, dass wir Deutsche sind – und im nächsten Moment sprach er plötzlich perfektes Deutsch.

Die Auflösung: Er kam aus Norwegen und war zum Golfspielen hier. Irgendwie typisch Skandinavien – innerhalb weniger Sekunden wechselten wir gefühlt durch drei Länder und vier Sprachen. Solche kleinen Begegnungen machen Reisen oft unvergesslich.