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Vinschgau – Durch Apfel- und Kirschgärten bis Glurns

Der Morgen war noch sehr frisch, feucht und klar, bis die ersten Sonnenstrahlen hinter den Bergen hervorkamen. Plötzlich wurde es warm, und wir konnten tatsächlich draußen in der Sonne frühstücken – frisches Brot, heißer Kaffee, der Blick auf die Gipfel.

Als besonderen Service lagen die am Vorabend bestellten frischen Brötchen schon auf unserem Tisch vorm Wohnmobil – Lieferung frei Haus sozusagen. Ein kleiner Luxusmoment mitten in den Bergen.

Gut gestärkt stiegen wir aufs Rad. Die Luft roch schon nach Spätsommer. Links und rechts nur Plantagen – endlose Reihen von Apfel- und Kirschbäumen, das Summen der Bienen, das Knirschen des Schotters unter den Reifen.

Nach einer Weile tauchte Glurns vor uns auf. Dieses kleine Städtchen wirkt, als wäre es aus einer anderen Zeit gefallen: die alte Stadtmauer, die stillen Gassen, historische Häuser mit bunten Fassaden. Auf dem Dorfplatz herrschte lebendiges Treiben – Cafés voller Menschen, Tagesausflügler, Stimmen, Lachen. Wir haben die Räder abgestellt und sind einfach losgelaufen, durch die schmalen Gassen, entlang der Stadtmauer.

Überall kleine Details, die man festhalten möchte – und so klickte die Kamera fast von allein.

Von dort radelten wir weiter nach Laatsch, wieder durch die Obstgärten. Doch zwischen all der Idylle stand plötzlich ein Relikt der Vergangenheit: ein alter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Überwachsen, bunt besprüht, und trotzdem bedrückend. Er wirkte wie ein stiller Mahner zwischen den Bäumen – ein starker Kontrast zum süßen Duft der Äpfel ringsum.

Über Laatsch ging es nach Mals und dann zurück nach Schluderns. Wir haben noch kurz eingekauft, bevor wir den Rest des sonnigen Spätsommertages genossen haben. Ein Sprung in den Pool, die müden Beine im Wasser, Sonne im Gesicht – perfekter Abschluss für diesen Tag auf dem Rad.