Weiterreise ins Vinschgau
Abschied im Regen
Der dritte Reisetag beginnt grau und nass: Bei Nieselregen und tief hängenden Wolken brechen wir in Richtung Südtirol auf. Unser erstes Etappenziel ist Bregenz – dort wartet auch schon der erste von mehreren Tunneln, die wir heute durchqueren werden. Zum Glück haben wir unsere Autobahnvignette bereits online gebucht.

📝 Reisetipp: Vignette & Maut
Für Österreich am besten die digitale Vignette schon vorab buchen – spart Zeit an der Grenze. Der Arlbergtunnel kostet extra und ist nicht in der normalen Vignette enthalten.
Durch den Arlbergtunnel
Angesichts der schlechten Wetterprognose entscheiden wir uns gegen den Arlbergpass und für den Arlbergtunnel. 14 Kilometer Tunnel sind zwar nicht unser Favorit, aber bei Regen den Pass zu fahren, reizt uns noch weniger.

Bis wir den langen Tunnel erreichen, haben wir schon mehrere kürzere durchfahren und so ein erstes Gefühl für die heutige Strecke bekommen. Am Arlbergtunnel selbst wird gerade gebaut: Nur eine Röhre ist geöffnet, 80 km/h und Gegenverkehr auf 14 Kilometern – das klingt zunächst wenig verlockend. Aber wir ziehen es durch, umkehren ist keine Option. Nach rund 15 Minuten sehen wir endlich das Licht am Ende des Tunnels – ein großartiges Gefühl!

Über den Reschenpass
Direkt nach der Durchfahrt folgt die Mautstelle. Gut, dass wir vorbereitet sind: Über die grüne Spur fahren wir einfach weiter, unser Nummernschild wird automatisch erkannt.

Hinter Landeck verlassen wir die Autobahn und biegen Richtung Reschenpass ab. Vor einigen Monaten gab es hier einen Geröllabgang; die Straße wird noch immer saniert und ist nur einspurig mit Ampelregelung befahrbar. Doch wir haben Glück und kommen ohne größere Verzögerung durch.
Und dann passiert es: Die Sonne kommt hervor. Plötzlich liegt vor uns eine traumhafte Landschaft unter strahlend blauem Himmel. Am Reschensee legen wir natürlich einen Stopp ein, um den berühmten Kirchturm im Wasser zu fotografieren – ein echter Touristenmagnet, aber immer wieder faszinierend.




📸 Fotospot: Reschensee
Der versunkene Kirchturm von Graun ist das Wahrzeichen des oberen Vinschgaus. Am besten frühmorgens oder abends für stimmungsvolle Fotos stoppen.

Angekommen im Vinschgau
Unser Stellplatz entpuppt sich als echtes Schmuckstück: terrassenförmig angelegt, mit freiem Blick auf den Ortler. Den obligatorischen Aufbau verschieben wir kurzerhand – der Hunger ist größer. Direkt neben dem Campingplatz liegt eine kleine Jausenstation mit Imbiss.

Eigentlich ist die Küche schon geschlossen, doch als der Chef unsere hungrigen Gesichter sieht, hat er Erbarmen: „Habt’s Hunger?“
Wir bestellen einen Wurstsalat – es soll ja nur eine Kleinigkeit sein. Doch anscheinend wirken wir sehr hungrig, denn als „Beilage“ gibt es für jeden noch eine Portion Pommes und natürlich Vinschgauer Brot. Und weil wir offenbar noch immer ausgehungert aussehen, bringt er uns zum Abschluss sogar ein Stück Erdbeerkuchen. Mit seinen witzigen Sprüchen wird das Ganze zu einer kleinen, sehr herzlichen Showeinlage.

Als wir bezahlen wollen, fragt er: „Seid ihr mit pauschal 30 € einverstanden?“ und legt uns einen handgeschriebenen Bon mit drei Zahlen hin. Trinkgeld lehnt er mit den Worten ab: „Ich will euch ja morgen wiedersehen.“
Mit vollem Bauch, einem breiten Grinsen und dieser warmherzigen Begegnung lassen wir den Tag ausklingen – und freuen uns schon auf den nächsten Morgen mit Blick auf den Ortler.



