Reisetagebuch

Tag 10 – Stockholm

Wetter: strahlend blauer Himmel, angenehme 26 Grad

Genauer gesagt ist es schon Tag 3 in Stockholm.

Heute stand das ABBA-Museum auf dem Programm, ein absolutes Muss wenn man in Stockholm ist und ein Kind der 70er/80er Jahre.

Mit dem Hop on-Hop off- Boot gehts vom Schloss los in Richtung der Insel Djurgården. Wir sind schon recht früh unterwegs, so dass wir am Bootsanleger nicht allzu lange stehen und warten müssen. Wir steigen an der Haltestelle des Vasa-Museum aus und legen den Rest des Weges zu Fuß zurück.

Vergnügungspark mitten in der Stadt

Das ABBA-Museum liegt genau zwischen dem Vasa-Museum und dem Vergnügungspark Tivoli Gröna Land. Hier merkt man sofort, dass Wochenende ist. Viele Familien mit ihren Kindern machen einen Samstagsausflug hierher.

Von Weitem hört man schon die hysterischen Schreie der Achterbahnpassagiere und sonstiger Fahrgeschäfte. Allein vom hinsehen wird es einem (oder eher gesagt mir) schon ganz anders. Mindestens vier verschiedene Attraktionen mit freiem Fall gibt es zu der Achterbahn dazu. Und das alles fast mitten in der Stadt mit Blick auf Gamla Stan.

Eins muss ich ja zugeben, die Aussicht von da oben muss sicher atemberaubend sein.

ABBA Museum of Music

Direkt um die Ecke vom überfüllten Eingang zum Vergnügungspark ist das ABBA Museum. Hier wird man draußen schon mit „Dancing Queen“ beschallt, was die zahlreichen Besucher sofort in Stimmung versetzt. Die überwiegend 40-50-Jährigen haben alle ein Strahlen im Gesicht.

Wie das inzwischen in neueren Museum häufiger vorkommt, kann jeder Besucher selbst aktiv werden. Es gibt u. a. mehrere Karaoke-Kabinen oder eine Bühne auf der man, mittels moderner Technik, das fünfte Mitglied der Kultband ist.

Ein tolles modernes Museum, bei dem der Besucher am Ende in den obligatorischen Merchandising Shop geleitet wird.

Zusätzlich gibt es ein Bistro mit kleinem Garten, sogar ein Hotel ist angegliedert. Die richtigen Hardcore-Fans übernachten wahrscheinlich gleich hier.

Zurück in die Stadt gehts wieder per Boot. Auf der Rückfahrt wird uns auch klar, warum heute auffallend viele US-Amerikaner zu sehen bzw. hören sind. Es stehen zwei große Kreuzfahrtschiffe unter amerikanischer Leitung im Hafen. Rein zufällig halten die Touristenboote direkt am Kreuzfahrtterminal.

Elch? Warum nicht.

Inzwischen sind wir schon wieder einige Stunden unterwegs, das merken wir vor allem am aufkommenden Hunger. Also schauen wir uns in Gamla Stan nach einem netten Restaurant um, das schwedische Kost anbietet. Wir sind ja nicht nach Stockholm gekommen um Pizza, Pasta oder thailändisch zu essen.

Wir landen in einem der vielen kleinen Gässchen und lassen uns von dem Schild „original swedish Food“ anlocken. Wir bestellen also schwedisch.

Wir entscheiden uns für Älgfärslumpa med Kantarellsas und für Graved Lax med dillstuvad Potatis.

Der Reiseleiter hat sich für Hackbraten vom Elch mit Pfifferlingsauce und Preiselbeeren entschieden. Ein etwas spezieller Geschmack, ähnlich wie Wild, aber sehr lecker. Das zweite Gericht kann man auch als Nichtschwede recht leicht übersetzen: Geräuchter Lachs mit Kartoffeln und Dillsause

Schlossbesichtigung mit Schatzkammer

Der Hunger ist gestillt, die Kräfte sind zurück, was machen wir als nächstes?

Gehen wir doch nochmal Richtung Schloss. Wieder haben wir Glück und geraten mitten in eine verkürzte Variante der täglichen Wachablösung. Die eigentliche Veranstaltung ist täglich um 12:15 Uhr und mit vollem Programm incl. Pferde, Musik und jede Menge Soldaten. Diese haben wir verpasst, man kann nunmal nicht alles mitnehmen, was so eine große Metropole zu bieten hat.

Ja und wenn wir halt schonmal am Schloss sind, gehen wir doch einfach rein. Gesagt getan und im Handumdrehen sind wir mitten in den historischen Räumen der schwedischen Monarchie.

Kuriositäten am Rande

Am Abend erleben wir noch ein paar zufällige Kuriositäten. Zuerst geraten wir in einen Stadtlauf für Hobbyläufer. Wir erfahren, dass es sich um den Söder Runt handelt. Die Strecke ist 10km lang und führt die Läufer einmal um die Insel Södermalm. Den Startnummern zu urteilen, nehmen über 1.200 Läufer an dem Rennen Teil.

Als wir die Strecke verlassen und einen letzten Abendspaziergang machen, treffen wir auf einen jungen lustigen Mann der auf dem Geländer einer Brücke sitzt. Vom Ufer feuert ihn eine Partygesellschaft an, auf schwedisch, wir verstehen also nicht was sich hier gerade abspielt.

Als wir zu dem jungen Mann kommen, erklärt er uns, dass er heute seinen 30. Geburtstag feiert und die Gäste ihn anfeuern ins kühle Nass zu springen. Er hat ein rohes Ei in der Hand und versucht uns auf deutsch-englisch-schwedisch zu erklären was es damit auf sich hat. Ich habe es nicht verstanden. Am Ende fliegt das Ei ins Wasser und er bleibt auf dem Geländer sitzen und springt nicht, vielleicht hatte er auch Angst um seine chicen Klamotten.

Verrückt diese Schweden.

Zum Schluss noch ein paar Impressionen des Stockholmer Sonnenuntergangs.

Abschied vom Venedig des Nordens

Das war Stockholm, eine tolle Stadt! Wir haben viel gesehen, haben viele Kilometer zu Fuß, per Fahrrad oder Schiff zurück gelegt. Das Wetter hat auch mitgespielt und war perfekt für eine Städtereise.

Leider kann man in drei Tagen nicht Alles sehen und mitnehmen, was diese Stadt zu bieten hat. Wir kommen garantiert irgendwann wieder.

Hej då, Stockholm!